Organisationen fördern biobasierte Produkte

Es gibt zahlreiche Organisationen in Europa, die die Verwendung von biobasierten Produkten (z.B. Biokunststoff), als Teil ihrer globalen Klimainitiativen fördern.

BNPP (Frankreich)

Das Bureau de Normalisation des Plastiques et de la Plasturgie (BNPP) fördert die Verwendung von Biokunststoffen und bringt Experten aus diesem Bereich zusammen. BNPP verfügt außerdem über ein Zertifizierungsprogramm für alle Produkte aus Biokunststoff in Frankreich.

DIN CERTCO (Deutschland)

DIN CERTCO ist die Zertifizierungseinrichtung der TÜV Rheinland Gruppe und DIN, das Deutsche Institut für Standardisierung. Ihr DIN-Geprüft Biobased Zertifizierungsprogramm erfordert eine Prüfung mittels ASTM D6866. DIN CERTCO ist ebenfalls eine anerkannte Zertifizierungsorganisation für Konformitätsprüfungen gemäß des Zertifizierungsprogramms bzgl. des biobasierten Anteils, verwaltet durch das Dutch Standards Institute (NEN), worin eine Prüfung des biobasierten Kohlenstoff-Anteils laut EN 16640 festgelegt wird.

European Bioplastics (Deutschland)

Die European Bioplastics ist eine Organisation, die Gewerbetreibende, Verarbeiter und Verbraucher von Biokunststoffen und biokompostierbaren Polymeren und den daraus entstehenden Produkten vertritt. Die Organisation zielt darauf ab, das Wachstum und die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in Produkten und Anwendungen zu fördern und unterstützt u.a. Innovationen, die zu geringeren Umweltauswirkungen führen wie z.B. lang- und kurzlebige Kunststoffprodukte.

Vinçotte (Belgien)

Vinçotte bietet mehr als 130 spezialisierte Inspektionen, Überwachungen und Zertifizierungen für eine Vielzahl von Anwendungen an, einschließlich Biokunststoffe. Ihre OK Biobased Zertifizierung erfordert eine Produktprüfung nach ASTM D6866. Auch Vinçotte ist eine anerkannte Zertifizierungsorganisation für Konformitätsprüfungen gemäß des durch das Dutch Standards Institute (NEN) verwaltete Zertifizierungsprogramms bzgl. des biobasierten Anteils. Das Programm schreibt eine Analyse des Kohlenstoff-14-Anteils laut EN 16640 vor.

Nationale und europäische Programme

Zertifizierungsprogramm bzgl. des biobasierten Anteils (Bio-based content certification scheme)

Das Zertifizierungsprogramm bzgl. des biobasierten Anteils basiert auf der europäischen Norm EN 16785-1:2015; darin wird die Ermittlung des Biomasse-Anteils in einem biobasierten Produkt mittels der Kohlenstoff-14 und Elementaranalyse beschrieben und die Norm ermöglicht es Herstellern, die Daten über den biobasierten Anteil auf dem Produktlabel zu bewerben.
Die Untersuchung des biobasierten Kohlenstoffs mittels der C14-Methode ist in EN 16640 detailliert aufgeführt.

EU Ecolabel (EEL)

Für das EEL benötigen Schmierstoffe einen großen Anteil aus biobasiertem Material. Um das EEL erhalten zu können, muss der Kohlenstoffanteil eines Hydrauliköls zu mindestens 50% aus nachwachsendem Material bestehen; 45% für Schmieröl; 70% für Kettensägenöl und Betontrennmittel; 50% für Motoröl und 50% für industrielles oder marines Getriebeöl.

Deutsche Verpackungsverordnung

In Deutschland gibt es eine Regulierung für Trinkflaschen aus Biokunststoff, die in der 5. Novelle der Verpackungsverordnung festgelegt wurde. Diese Verordnung trat im Januar 2009 in Kraft.

Gemäß dieser Verordnung sind Einweg-Getränkeflaschen ab dem 31. Dezember 2012 von der Pfandpflicht befreit, „wenn diese zu mindestens 75% aus nachwachsenden Quellen produziert wurden“ und Hersteller müssen an einem Zweischienen-Recycling-System teilnehmen.

Französisches Dekret 2016-379 für Einweg-Plastiktüten

Seit Juli 2016 gibt es in Frankreich ein Gesetz, das die Verwendung von Plastiktüten, die dünner sind als 50 Mikrometer, verbietet. Ab Januar 2017 dürfen nur noch Tüten mit einem biobasierten Anteil von mindestens 30% verwendet werden. Dieser Bioanteil wird bis 2018 auf 40% erhöht, bis 2020 auf 50% und bis 2025 auf 60%, dies ist festgelegt im Dekret 2016-379 und wurde Ende März 2016 veröffentlicht vom französischen Ministerium für Ökologie, Nachhaltige Entwicklung und Energie im Rahmen der neuen Verordnung für die Energiewende und das grüne Wachstum.

Das Dekret besagt, dass der biobasierte Anteil “ein Prozentsatz ist, ausgedrückt als Anteil des gesamten Kohlenstoffs, von biobasierten Materialien, die in den Beuteln enthalten sind, unter der Verwendung der Berechnungsmethoden, die als internationaler Standard für die Bestimmung des biobasierten Anteils in Kunststoffen festgelegt wurden”. Diese Standards sind ISO 16620-2 und CEN/TS 16640 und der biobasierte Anteil wird mittels der Kohlenstoff-14 Methode gemessen.

Letztes Update: Dezember 2016