Biobasierte Produktzertifizierung

Es gibt weltweit verschiedene durch Drittanbieter zertifizierte Umweltzeichenprogramme und biobasierte Produktinitiativen, die ASTM D6866, ISO 16620-2 oder CEN 16440 Analysen für Produkte erfordern oder empfehlen.

BITTE BEACHTEN: Beta Analytic ist mit keinem der unten aufgeführten Programme affiliiert.

 

Vinçotte in Belgien ist eine Kontroll-, Test- und Zertifikationsinstitution. Im Rahmen von Vinçottes Öko-Labels wird ein Sternesystem verwendet, um den biobasierten Inhalt eines Produktes anzugeben. Je mehr Sterne das Logo aufweist, desto höher der biobasierte Anteil des Produkts.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Produkte müssen mindestens 30% organischen Kohlenstoff aufweisen und mindestens 20% biobasiert sein, um das OK Biobased Logo zu erhalten.

Details zu OK Biobased: Vincotte erfordert die Kohlenstoff 14 Analyse für die OK biobasierte Zertifikation, OK biobasierte Zusammenfassung
OK Biobased Website: www.okbiobased.be

Das brasilianische und petrochemische Unternehmen Braskem erstellte das I’m Green Siegel, um Produkte zu identifizieren, die den grünen Kunststoff von Braskem enthalten. Das Siegel ist ausschließlich für Braskem-Kunden erhältlich.

Braskem I’m Green overview: http://www.braskem.com/site.aspx/Im-greenTM-Polyethylene

Das 1988 von der kanadischen Regierung gegründete EcoLogo Programm hat sich zu einem der größten nordamerikanischen Ökobeschriftungssysteme entwickelt. EcoLogo zertifiziert eine weite Spanne von kommerziellen Produkten.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: EcoLogo Norm Standard für Handdesinfektionsmittel CCD-170 verlangt die Messungen des biobasierten Anteils. Unter dem Standard müssen Instant Hand Antiseptika Produkte mindestens 73% biobased sein, ohne die Verpackung oder die Einhaltung gegenüber dem USDA Biopreferred Programm nachweisen.

CCD170 Hintergrund: Hand Sanitizers Need Biobased Testing to Get an EcoLogo
Update: CCD-170 wird nun als UL 2783 Instant Hand Antiseptic bezeichnet
Das könnte Sie auch interessieren: UL Environment’s Biobased Content Validation

Das französische Ministerium für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie veröffentlichte im März 2016 das Dekret 2016-379 als Teil des neuen französischen Gesetzes bzgl. der Energiewende und des umweltfreundlichen Wachstums; Ziel ist es, den Einsatz von Einweg-Plastiktüten zu reduzieren. Dieses Dekret trat im Juli 2016 in Kraft und verbietet Einweg-Plastiktragetaschen dünner als 50 Mikrometer. Ab Januar 2017 sind ausschließlich Plastiktragetaschen zugelassenen, die einen biobasierten Anteil von mindestens 30% aufweisen. Die Verordnung legt fest, dass dieser Mindestgehalt an biobasiertem Material im Jahr 2018 auf 40%, 2020 auf 50% und 2025 auf 60% erhöht wird. Das Radiocarbon-Verfahren ist die zur Bestimmung des biobasierten Inhalts erforderliche, analytische Methode.

Hersteller von biobasierten Plastiktragetaschen müssen den biobasierten Inhalt ihrer Produkte nach der Norm ISO 16620-2 oder CEN / TS 16640 zertifizieren lassen. In dem Dekret heißt es auch, dass der biobasierte Inhalt “der Prozentsatz ist, ausgedrückt als Fraktion des Gesamtkohlenstoffs, der in den Tragetaschen enthaltenen biobasierten Materialien, wobei die Berechnungsmethode verwendet wird, die in der internationalen Norm für die Bestimmung des biobasierten Kohlenstoffgehalts von Kunststoffen angegeben ist.”

Décret n ° 2016-379: https://www.legifrance.gouv.fr/eli/decret/2016/3/30/2016-379/jo/texte

DIN CERTCO ist eine Zertifizierungsorganisation der TÜV Rheinland Gruppe und des DIN. Das DIN-Geprüfte Zertifizierungsprogramm für biobasierte Produkte ist nach der Menge des biobasierten Anteils unterteilt: (a) Biobasiert 20-50%, (b) Biobasiert 50-85% und (c) Biobasiert >85%.

Produkte für die ASTM D6866 Analyse: Alle Produkte, die mindestens 50% organisch sind und zu mindestens 20% biobasiert können zertifiziert werden. Ausgeschlossen sind medizinische oder als gefährlich eingestufte Produkte, wie auch Brennstoffe, die fossile Komponenten enthalten. Das Zertifizierungsprogramm bezieht sich auf Produkte, die gänzlich oder zum Teil aus biobasierten Rohstoffen hergestellt wurden.

DIN-Geprüft Biobasiert Hintergrund: DIN-Geprüft Biobasiert – für mehr Nachhaltigkeit
DIN CERTCO Website: www.dincertco.de

Nach einem landesweiten Verbot von Plastik-Einkaufstüten im Jahr 2011, das die Herstellung von Plastikbeuteln ausschließt, wird ab dem 1. Januar 2018 in Italien die EU-Richtlinie 2015/720 in Kraft treten. Ziel ist es, den Konsum von Plastikbeuteln zu reduzieren; mit der Einführung der Direktive werden alle in Italien verwendeten Einwegbeutel kompostierbar sein und einen biobasierten Kohlenstoffanteil enthalten müssen, der schrittweise erhöht wird. Der minimale biobasierte Anteil beträgt ab 2018 40%, wird im Jahr 2020 auf 50% und 2021 auf 60% angehoben.

Hersteller von biobasierten Kunststoffen müssen den biobasierten Anteil ihrer ProdukteUNI CEN/TS 16640: % biobasierter Kohlenstoff als Fraktion des gesamten Kohlenstoffs (aktuelle Bezeichnung EN 16640:2017) zertifizieren lassen. Das Gesetz beinhaltet auch Informationskampagnen, die darauf abzielen, das Bewusstsein der Verbraucher bzgl. der Umweltbelastung von Plastiktüten zu erhöhen und “die falsche Vorstellung zu bekämpfen, dass Plastik ein harmloses und billiges Material ist; dies trägt dazu bei, den Einsatz von Plastiktüten zu reduzieren”.

Weitere Informationen zu dem Gesetz (Paragraph 9-bis der Verordnung 91/2017) finden Sie hier: http://www.senato.it/japp/bgt/showdoc/17/DOSSIER/970633/index.html

Die im Juli 2006 gegründete Gesellschaft Japan BioPlastik Assoziation BiomassenPla bietet Zertifikations- und Beschriftungssysteme für aus Biomasse hergestellte Plastikprodukte. Im Rahmen des Programms erhalten registrierte Produkte ein für Konsumenten leicht zu erkennendes Logo. Das BiomassPla-Beschriftungsprogramm ist nur für Mitglieder der JBPA zugänglich.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Plastikprodukte, die aus Biomasse hergestellte Komponenten enthalten und mittels ASTM D6866 analysiert werden können.

BiomassenPla Hintergrund: Japan BioPlastics Association’s BiomassPla Certification for Biomass-based Plastics
LBPA Website: http://www.jbpaweb.net/english/english.htm

Taiwanesisches Label “Green Mark” für Kunststoffprodukte

Das Green Mark-Label der taiwanesischen Umweltschutzbehörde ist die standardisierte Umweltkennzeichnung für “biobasierte Kunststoffprodukte” – Kunststoffprodukte, die aus Biomasse gewonnen werden. Biologisch abbaubare Produkte sind von der Regelung ausgenommen.

Das Etikettierungsprogramm gilt für Kunststoffprodukte mit mindestens 25% biobasiertem Kohlenstoffgehalt. Die Bestimmung erfolgt gemäß ASTM D6866, der Norm zur Ermittlung des Prozentsatzes des Kohlenstoffs in einem Kunststoffprodukt, der aus Biomasse stammt, im Vergleich zu dem prozentualen Anteil aus fossilen Materialien.

Weitere Informationen zur Bewerbung finden Sie auf der Website “Green Mark“.

Staatliche Stellen sind in den USA dazu verpflichtet, Produkte mit dem höchsten biobasierten Inhalt bereitzustellen, wie sie im USDA BioPreferred Catalog zu finden sind. Das USDA Programm weist zudem ein freiwilliges Beschriftungsprogramm auf, um Konsumenten beim Kauf von biobasierten Produkten über ihre Wahl zu informieren. Das freiwillige USDA Beschriftungsprogramm schreibt eine Verifizierung mittles ASTM D6866 Zertifikat vor. Produkte, die bereits Teil des staatlichen Beschaffungsprogramms sind, werden nicht automatisch in das freiwillige Beschriftungsprogramm aufgenommen; besagte Produkte müssen, entsprechend des Antragsprozesses des freiwilligen Beschriftungsprogramms, mittels ASTM D6866 auf den biobasierten Inhalt getestet werden.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Das staatliche Beschaffungsprogramm akzeptiert Produkte gemäß der USDA-etablierten Kategorie. Das freiwillige Beschriftungsprogramm kann für die meisten biobasierten Produkte angewendet werden, solange der biobasierte Gehalt den Mindestmaßstäben entspricht.

BioPreferred Website: www.biopreferred.gov

Die U.S. EPA entwickelte das Safer Choice Label, um Verbrauchern und kommerziellen Käufern dabei zu helfen, chemisch hergestellte Produkte mit sicheren Inhaltsstoffen identifizieren zu können. Das Label war bisher bekannt als Design for the Environment Label. Um sich das Label zu verdienen, müssen Produkte den strengen menschlichen Gesundheits- und Umweltkriterien des Safer Choice Standards entsprechen. Die EPA führt jährliche Prüfungen durch, um sicherzustellen, dass die Produkte weiterhin diesen Standard erfüllen. Seit Januar 2015 haben sich etwa 2.250 Produkte dafür qualifiziert das Safer Choice Label tragen zu dürfen.

Geeignete Produkte: Eine breite Palette von Produkten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Glasreiniger, Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Teppichreiniger, Waschmittel, Graffitientferner, Boots- und Autopflege, Abflussreiniger, Körperpflege, Bodenpflege und andere industrielle Produkte. Die Anerkennung für das Safer Choice Label gilt nur für Endprodukte.

Die Teilnahme am Safer Choice Programm ist freiwillig. Neben den Inhaltsstoffen bewertet das Programm auch die Produktleistung, den pH-Wert und die Verpackung. Die Safer Choice Verpackungskriterien (9/2014) erfordern nur eine Erfüllung von 25% in einen der sechs Nachhaltigkeitskriterien der Sustainable Packaging Coalition (SPC). In den Sustainable Packaging Indicators und Metrics Framework, wird ASTM D6866 identifiziert als Leitfaden für die Messung der Nachhaltigkeit in Biokunststoffen.

Safer Choice Label Webseite: https://www.epa.gov/saferchoice/learn-about-safer-choice-label

Der ICC Evaluations Service veröffentlichte Richtlinien mit Bedingungen um einen ICC-ES Verification of Attributes Report (VAR) erhalten zu können, gemäß Sustainable Attributes Verification and Evaluation (SAVE). Die VAR verifiziert umweltpolitische Behauptungen von Herstellern sowie Produktattribute. Die biobasierten Richtlinien, Evaluation Guideline for Determination of Biobased Material Content (EG102), gelten seit 1. Oktober 2008.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Baumaterialien
ICC-ES SAVE Hintergrund: Guidelines for Verification of Attributes
EG102: Evaluation Guideline for Determination of Biobased Material Content

Das EPEAT Programm hilft Käufern elektronische Produkte hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften zu bewerten und auszuwählen. Registrierte Produkte können mit Gold, Silber oder Bronze bewertet werden, abhängig davon, wieviel Prozent der 28 optionalen Kriterien sie erfüllen, basierend auf bestimmten Ausgangskriterien.

Gemäß des Konformitätsprotokolls (EPEAT Conformity Assessment Protocols 4.2 Materials Selection Version 1.3, March 2010) bezüglich der Inhaltsangabe von erneuerbaren/biobasierten Plastikmaterialien für Desktop- und Laptop-Computer, Workstations und Computerbildschirmen, ist der biobasierte Inhalt mittels ASTM D6866 zu bestimmen.

EPEAT Conformity Assessment Protocols 4.2 Materials Selection

EPEAT Website: http://www.epeat.net/

Die Organisation hat eine Liste von Einkaufsspezifikationen mit dem Namen Biospecs veröffentlicht. Hersteller von Lebensmittelwaren können Bronze, Silber und Goldbewertungen erhalten, wenn sie verschiedene Kriterien erfüllen, eine dieser Kriterien ist der organische Kohlenstoffanteil.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Lebensmittelwaren müssen mindestens zu 95% biobasiert sein, um eine Bronze-Bewertung zu erhalten.

Biospecs Hintergrund: SBC’s BioSpecs Uses ASTM D6866 for Organic Carbon Content Measurement
SBC Website: www.sustainablebiomaterials.org

Das Rahmenwerk für Kennzahlen und Indikatoren der Sustainable Packaging Coalition (Sustainable Packaging Indicators and Metrics Framework Version 1.0) beinhaltet die Verwendung von erneuerbaren Materialien (Renewable Material Use) als zusätzlichen Indikator. Der Gesamtmaterialverbrauch (Total Material Use) gilt als Basisindikator.

Produkte, die geeignet sind für ASTM D6866 Tests: Biokunststoffe (siehe Seite 20,Framework).

Sustainable Packaging Indicators Hintergrund: Sustainable Packaging Metrics Framework Include ASTM D6866 for Bioplastics
SPC Website: http://www.sustainablepackaging.org

Das System Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) wird am häufigsten zur drittparteilichen Verifikation von grünen Gebäuden angewendet. LEED kann bei jedweden Gebäuden angewendet werden. Projekte, die eine LEED-Zertifizierung erreichen, können eine von vier Bewertungen erhalten – Zertifiziert, Silber, Gold oder Platin.

Mittels ASTM D6866 wird der biobasierte Anteil der Baumaterialien beurteilt, dieser muss der Norm Sustainable Agriculture Network’s Sustainable Agriculture Standard gerecht werden und fließt in die LEED-Bewertung ein. Minimalmengen bzgl. biobasierten Materialien sind nicht vorgeschrieben.

Produkte zur ASTM D6866 Analyse: Baumaterialien

LEED v4 Hintergrund: http://www.usgbc.org/resources/leed-v4-user-guide
Bewertungsleitlinien zur Bestimmung des biobasierten Anteils von Materialien: http://www.usgbc.org/guide/bdc

 

Zuletzt aktualisiert: August 2017